Leopoldine Kovarik

Postbeamtin. Widerstandskämpferin. Hingerichtet.

* 1919   † 1943

 

Lebenslauf

Leopoldine Kovarik wurde am 5. Februar 1919 in Wien geboren. Bereits in der Schulzeit engagierte sie sich bei den Sozialistischen Kinderfreunden. Danach war sie Mitglied der Sozialistischen Arbeiter-Jugend. Später wechselte sie zum Kommunistischen Jugendverband Österreichs. Das austrofaschistische Regime nahm sie deswegen zwei Mal in Haft.

Leopoldine Kovarik wuchs in Favoriten auf. Sie arbeitete als Postbeamtin und war bei der Postsparkasse beschäftigt.

"Soldatenrat"

Sie schloß sich der Widerstandsgruppe “Der Soldatenrat” an, die von Alfred Rabofsky geleitet wurde. Diese Widerstandsgruppe schrieb und versendete Briefe an Wehrmachtsangehörige, und rief diese zur Desertion auf. Auch Anna Gräf und Elfriede Hartmann gehörten dem “Soldatenrat” an, und wurden wie auch Alfred Rabofsky hingerichtet.

Unterstützung von Leo Gabler

Weiters unterstützte Leopoldine Kovarik den führenden KP-Funktionär Leo Gabler (Taschnergehilfe, geb. am 11. 5. 1908, hingerichtet im Landesgericht Wien am 7. 6. 1944), der 1941 von Moskau über Jugoslawien nach Wien zurückkehrte, um den neuerlichen Aufbau einer KP-Leitung durchzuführen.

Verhaftung, Todesurteil und Hinrichtung

Sie wurde am 13. November 1941 in Berlin verhaftet, am 27.9.1943 vom Volksgerichtshof wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt und am 2. 11. 1943 im Landesgericht Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

“Sie kam in der Folgezeit häufig mit ihm (Leo Gabler) zusammen und erfuhr von ihm, dass er a. d. ehemaligen Jugoslawien eingereist und die KPÖ in Wien neu aufzubauen beauftragt sei. In der Folgezeit war sie nun als Verbindungsperson zwischen diesem Gabler und anderen kommunistischen Funktionären oder Gesinnungsgenossen, z.B. (Friedrich) Hedrich und (Ernst) Rousek, den sie mit Gabler zusammenbrachte tätig und vermittelte mehrere Treffs und nahm auch an Besprechungen Gablers mit Gesinnungsgenossen über die politische Lage und die illegale Arbeit teil. Außer dieser wichtigen Funktion (…) befasste sie sich (…) vor allem mit der Herstellung und Verbreitung hochverräterischer, zur Versendung an Wehrmachtsangehörige bestimmte Briefe.”

Entfernte Gedenktafel

Ursprünglich befand sich an ihrem Wohnhaus in der Hardtmuthgasse 106 in Wien Favoriten eine Gedenktafel. Die Hausverwaltung entfernte diese im Jahre 1998 im Zuge von Renovierungsarbeiten. Hernach gab es am 12.3.1998 eine kleine Kundgebung, die von Mitgliedern der KPÖ Favoriten, des KZ-Verbands Favoriten und dem Grätzlpunkt Rosa Jochmann ausgerufen worden war. Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine provisorische Gedenktafel angebracht. Bedauerlicherweise ist auch diese bald entfernt worden.

Das Foto zeigt eine Momentaufnahme der Ausschmückung der provisorischen Gedenktafel.

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich ihr Name auf der Gedenktafel.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Gruppe 40, Reihe 23, Nr. 193

Weblinks und Quellen

Wir erinnern uns

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